Eskilstuna, finnisches Verwaltungsgebiet in Schweden

Wann der erste Handelsort im heutigen Eskilstuna entstand, ist geschichtlich nicht nachzuweisen, aber erstmals schriftlich genannt wird die Stadt im Jahre 1104, als sich hier ein Kult um den Heiligen Sankt Eskil bildete, einen Missionar, der Schweden im 11. Jahrhundert zum katholischen Glauben bringen wollte und, nach einer Legende, in Strängnäs von Heiden getötet wurde. Aus Eskil und dem damaligen Handelsort Tuna entstand damit 1659 die Stadt Eskilstuna. Die Fors Kirche aus dem 12. Jahrhundert wurde mit und auf den Resten einer Kirche gebaut, die bis zur Zeit Eskils zurückreicht.
 
Eskilstuna ist heute vor allem in seiner Eigenschaft als finnische Verwaltungsgemeinde bekannt, da hier knapp ein Fünftel der Bevölkerung finnische Wurzeln hat und Finnisch, neben Schwedisch natürlich und neben Meänkieli, als Amtssprache gilt. Es ist daher kein Problem in allen ämtern der Stadt auch finnischsprachiges Personal zu finden und auch auf der Straße immer wieder die Sprache des Nachbarlandes zu hören, eine Folge der Arbeitskrafteinwanderung in der zweiten Hälfte der 60er Jahre.

Die Altstadt in Eskilstuna
Foto: Herbert Kårlin

Auf Grund seiner Lage am Fluss Eskilstunaån, dem bedeutendsten Wasserzufluss des Mälaren, wollte bereits König Karl X. Gustav eine Industriestadt aus Eskilstuna machen, was jedoch nur teilweise gelang, jedoch 1771 unter König Adolf Fredrik, der hier eine Freistadt für die Metallindustrie schuf, vollendet wurde. Durch die Industrie, die erste in den 70er Jahren einen Rückgang erlebte, wuchs Eskilstuna bedeutend an und die für die Arbeiter nötigen Wohnungen schufen einen bedeutenden Teil des heutigen Stadtbildes.
 
Entsprechend sind auch die größten Museen Eskilstunas der industriellen Entwicklung der Stadt, aber auch jener ganz Schwedens, gewidmet, allen voran das Munktellmuseum und das Stadtmuseum, deren Sammlungen einen überblick über die industrielle Geschichte Schwedens bieten.
 
Einen Besuch ist auch die Gamla Stan (Altstadt) in Eskilstuna wert, nicht nur wegen der zahlreichen historischen Gebäude, die dort dominieren, sondern auch wegen der gemütlichen Atmosphäre, den kleinen Geschäften und den Caf├ęs, die geradezu in eine vergangene Zeit erinnern. Dort findet man auch eines der originellsten Museen Schwedens, nämlich jenes der Plumpsklos.
 
Wenn man sich in Eskilstuna aufhält, so sollte man allerdings auch einige Stunden dem nahen Torshälla widmen, das heute mit zur Gemeinde Eskilstuna gehört, und bereits im Mittelalter die Stadt des Handels und der Handwerker war. Die dortige Torshälla Kirche ist sehr eng mit der nordischen Mythologie verbunden, denn an ihrer Stelle befand sich ursprünglich ein Opferplatz.
 
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Eskilstuna, eine finnische Verwaltungsgemeinde im Södermanland