Malmö, die Öffnung zum Kontinent

Malmö, die drittgrößte Stadt Schwedens, nimmt bis heute eine Sonderrolle in Schweden ein und unterscheidet sich deutlich von den beiden anderen Großstädten des Landes, denn auch wenn Malmö etwa gleichzeitig mit Stockholm gegründet wurde, so gehörte dieser Teil des Landes bis 1658 zu Dänemark. Dies zeigte sich nicht nur an der Geschichte bis zum Frieden von Roskilde, sondern auch noch dann als Malmö schwedisch wurde, denn der Handel wurde von Stockholm und Göteborg dominiert, so dass Malmö nahezu eine überflüssige Handelsstadt war. Erst im 19. Jahrhundert konnte sich die südlichste der drei Großstädte Schwedens wirklich durchsetzen und seine wirtschaftliche Entwicklung beginnen, was auch erklärt, warum man Malmö häufig als die modernste Stadt Schwedens erklärt, die von der Struktur weniger beschränkt war als die beiden größeren Schwestern.
 
Wenn man bedenkt, dass die Stadt Malmö nur etwas über 270.000 Einwohner hat und die am dichtesten besiedelte Stadt Schwedens ist, so versteht man auch, dass die interessantesten Teile Malmös relativ zentral liegen und daher sehr gut und einfach zu erreichen sind. Wie viel Zeit man für Malmö einrechnen soll, hängt davon ab, ob man sich auch für moderne Kunst interessiert, da das Moderne Museum über eine einzigartige Kunstsammlung nordischer Künstler verfügt. Wer in Malmö, der idealsten Fahrradstadt Schwedens, auch noch etwas sportlichen Willen zeigt, kann in drei bis vier Tagen einen sehr guten Einblick in Malmö gewinnen.

Kallbadhuset i Malmö
Foto: Herbert Kårlin

Malmö unterscheidet sich von der Architektur her in vielen Punkten von jener anderer schwedischer Städte, da zahlreiche Bauten noch aus der dänischen Zeit stammen, unter anderem die Sankt Petri Kirche, das Rathaus, die Residenz oder auch das Schloss Malmöhus. Allein die Entdeckung dieser Epoche ist bereits einen Besuch in Malmö wert, der Stadt, die noch heute eine Art Brücke zwischen schwedischer und dänischer Kultur ist, nicht zuletzt auf Grund der direkten Eisenbahnstrecke und der Öresundbrücke.
 
Niemand wird in Malmö den Wolkenkratzer Turning Torso missen wollen, der mit seinen 190 Metern Höhe auch von dänischer Seite aus als Symbol Malmös gesehen wird und von dem aus man, am Strand entlang, auch zum Kaltbadhaus, dem Schlosspark und dem Königspark gelangen kann, die eng mit der Geschichte Malmös verbunden sind.
 
Während dieses Spaziergangs sollte man auch einen etwas ausgedehnten Blick in den Schlossgarten werfen, der zwar sehr jung ist, aber gerade deshalb zu einer Attraktion der Stadt wurde, denn hier finden den Sommer über einige der interessantes Veranstaltungen zur nordischen Gartenkultur statt und erlauben dem Besucher ein ökologisches Paradies zu finden.
 
Auch das Kanalsystem Malmös, an dem man teilweise auch noch Reste der Wälle findet, ist im Sommer ein Anziehungspunkt für Aktivitäten auf dem Wasser und zeigt dem Besucher die Grenzen des ursprünglichen befestigten Malmö.
 
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